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2004/2005 IWRM Oase Béni Abbès - Mängelanalyse des Wasserversorgungsnetzes, Algerien

2004/2005 IWRM Oase Béni Abbès - Mängelanalyse des Wasserversorgungsnetzes, Algerien
Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Jochen Deuerlein

Projektgruppe:Abteilung III Wasserversorgungsnetze
Förderung:

Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH

  • Digitalisierung vorhandener Netzdaten
  • Erstellung eines Geoinformationssystems (GIS)
  • Analyse des aktuellen Betriebs und Neukonzipierung des Versorgungsnetzes von Beni Abbès als Soforthilfemaßnahme (aktuell ca. 12.000 Einwohner)
  • Kostenoptimaler Neuentwurf des Wasserversorgungsnetzes von Beni Abbès für eine zukünftige Bedarfsentwicklung
  • Entwurf einer Hauptverteilung und Steuerstrategie
  • Schulungen

Simulationsrechnungen und Kostenoptimierung wurden mit dem Programm KANET durchgeführt

Detaillierte Projektbeschreibung

Projektlaufzeit: 2004 bis Ende 2005

Auftraggeber: Im Rahmen des Programms "Gestion Intégrée des Ressources en Eau" der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ

Projektpartner: AHT Group AG / Deutschland, Ministre des Ressources en Eau / République Algérienne Démocratique & Populaire

Aktuelle Situation

Die algerische Oasenstadt Beni Abbès liegt etwa 600 km von der Mittelmeerküste entfernt in der Wüste Sahara. Die Stadt wird von hohen Sanddünen umrahmt und liegt zum großen Teil oberhalb eines Wadis (Oued Saour). Die Region ist arid. Trotzdem tritt Wasser aus Quellen aus. Grundwasser steht im Tal in wenigen Metern Tiefe an.

Die Bevölkerung (aktuell ca. 12.000 Einwohner) wird intermittierend versorgt, sowohl über das Leitungsnetz als auch mit Tankwagen, privaten Brunnen oder Foggaras (Stollen). Wegen der diskontinuierlichen Versorgung wird das Wasser in privaten Behältern auf den Dächern, in Zisternen, Kanistern u.ä. zwischengespeichert.

Das Wasser wird im aktuellen Versorgungsnetz gravitär von der Wasserfassung Otemane und den Brunnen im Süden der Stadt zu einem Sammelbecken geführt. Vom Sammelbecken wird das Wasser über drei Pumpstationen auf insgesamt 6 Behälter des Versorgungsnetzes verteilt. Das gesamte Netz ist ohne einzelne Versorgungszonen hydraulisch kommunizierend angelegt. Es bestehen zahlreiche parallele Leitungen. Über den Betrieb des Netzes liegen unvollständige Angaben vor.

Abnehmer sind neben der Bevölkerung auch einzelne Großabnehmer, Moschee, verschiedene Schulen, kleinere Industriebetriebe, eine Limonadenfabrik und das städtische Schwimmbad.

 

 

 

 

 

 

 Hausbehälter – auf dem Dach 

 – im Boden mit zusätzlicher Pumpe  

 Städtische Schwimmbad

Auf Grund der Begrenztheit der zur Verfügung stehenden Wassermenge wird neben der Überschussmenge aus der Quellfassung und dem Ablauf aus dem Schwimmbad auch das häusliche Abwasser zur Bewirtschaftung des Palmenhains herangezogen.

 

 

 

 

 Altstadt mit Oued Saoura

 ‚Straße’ im Palmenhain

 Oued Saoura

Digitalisierung / GIS / Analyse der aktuellen Wasserversorgung

Die teils vorhandenen und teils neu erhobenen Netzdaten wurden digitalisiert und in der Geodatenbank eines Geoinformationssystems im ArcGIS-Format abgelegt. Das hydraulische Verhalten des aktuellen Netzes wurde unter der Annahme eines kontinuierlichen Betriebs über Simulationsrechnungen unter Einsatz des Modells KANET nachvollzogen. Die Ergebnisse zeigten die Notwendigkeit einer Neustrukturierung des bestehenden Netzes, wenn eine kontinuierliche Versorgung erfolgen soll. Mit diesem Ziel wurde das Versorgungsnetz ’entflochten’ und in 3, alternativ in 2, hydraulisch getrennte Versorgungszonen aufgeteilt, die von jeweils einem einzelnen Behälter versorgt werden. Die Speisung der Behälter erfolgt über eine übergeordnete Hauptverteilung, die neu zu konzipieren war.

 

 

 Planmaterial bei der Datenerhebung

ArcGis 3D-Geländemodell mit Leitungsnetz

 

 

 GIS (ArcGIS) - Lageplan 

 Rechenmodell (KANET)

Kostenoptimaler Neuentwurf des Wasserversorgungsnetzes

In Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Stadt wurde ein kostenoptimaler Neuentwurf des Netzes ermittelt. Aktuellen Versorgungszonen wurden in ihrer Bevölkerungsentwicklung als abgeschlossen betrachtet. Zukünftige Neubaugebiete sollen als neue, hydraulisch ebenfalls getrennte, Versorgungs-zonen an die Hauptverteilung angeschlossen werden. Die neu strukturierten Versorgungszonen wurden als Verästelungsnetze konzipiert, um so betriebliche Sicherheit und Transparenz der Maßnahmen zu verbessern sowie eine systematische Kontrolle der Wasserverluste zu ermöglichen. Mit dem Modell KANET erfolgte ihre optimale Dimensionierung.

   
Hauptverteilung (blau) im Neuentwurf   Mengenverteilung 

 

 

 

 

Weitere Informationen: